Das Versorgungsmodell

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Das Versorgungsmodell2018-12-15T10:29:20+00:00

„Die richtige Versorgung am richtigen Platz, zur richtigen Zeit, für die richtige Person“ (Needham & Gask 2006)

Gestufte und koordinierte Versorgung

In gestuften und koordinierten Versorgungsmodellen werden zwei wesentliche Organisationsgrundsätze integriert.

Gestufte Versorgung

Gestufte Versorgung ist ein System von Erbringung und Monitoring von Behandlung, in dem die effektivste und am meisten ressourcensparende Behandlung die erste Therapieoption ist. Die Stufen richten sich zumeist nach der Schwere der Erkrankung.
Die Schwere der Erkrankung ist zumeist eine Kombination aus Symptomschwereund Beeinträchtigung des Funktionsniveaus. Im englischen als SteppedCare bezeichnet.

Koordinierte Versorgung

Koordinierte Versorgung bezeichnet eine zwischen Leistungserbringern abgestimmtesektoren- und fachübergreifendeVersorgung.
Koordinierte Versorgung entspricht der Integrierten Versorgung. Die Integrierte Versorgung ist vom Prinzip ein System zur Steuerung und Koordination der Versorgung.

Service-Modell der gestuften und koordinierten Versorgung

Gestufte und koordinierte Versorgungsmodelle existieren für einzelne Erkrankungen oder sog. Service-Modelle.

Ihre drei wesentlichen Merkmale von sog. Service-Modellen sind:

  1. Integration von Leistungserbringern verschiedener Sektoren (ambulant, stationär) und verschiedener Sozialgesetzbücher (v.a. SGB 5, 9, 12)
  2. Integration von gesamten Institutionen und einzelnen Leistungserbringern
  3. Integration von gesamten Behandlungsmodellen und Einzeltherapien

Versorgungsgrundsätze der gestuften und koordinierten Versorgung

In gestuften und koordinierten Versorgungsmodellen werden drei wesentliche Versorgungsgrundsätze umgesetzt.

Sektorenübergreifend-koordinierte Versorgung

Leistungserbringer arbeiten über die Sektorengrenzen hinweg abgestimmt und koordiniert zusammen.

Schweregrad-gestuft

Die Therapien richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Es wird mit der effektivsten und ressourcensparenden Behandlung begonnen.

Evidenzbasiert

Möglichst viele Behandlungsmodelle und Therapien sind nachweislich wirksam. Wirksame Therapien sind effizienter, d.h. haben ein besseres Verhältnis von Kosten und Nutzen.

Die Versorgungskomponenten der gestuften und koordinierten Versorgung

In gestuften und koordinierten Versorgungs-Servicemodellen werden zumeist verschiedene Versorgungskomponenten integriert.

Im RECOVER-Versorgungsmodell sind dies 9 verschiedene Versorgungskomponenten.

1. Koordinierte Versorgung (Managed Care)

RECOVER integriert und koordiniert die Versorgung (Managed Care) sektorenübergreifend. RECOVER schließt stationäre und ambulante Leistungserbringer in ein Versorgungsnetz ein und koordiniert für die Patienten die Versorgung.

2. Verbesserung Diagnostik & Krisenintervention

Interdisziplinäre Zentren verbessern sowohl die Diagnostik und Indikationsstellung als auch die ambulante Krisenintervention. Das bedeutet, Beratung, Diagnostik, psychotherapeutische Sprechstunde, Krisen-Bewältigungs-Teams und andere arbeiten alle unter einem Dach zusammen.

3. Integration hausärztlicher Versorgung

Die Primärdiagnostik und Therapieorganisation in der Hausarztpraxis wird ebenso verbessert wie das Schnittstellenmanagement. Darüber hinaus integrieren wir Allgemeinmediziner in unsere Diagnostikzentren.

4. Verbesserung evidenzbasierter Versorgung

RECOVER führt ein schweregrad-gestuftes Modell mit vier Stufen und jeweils zugeordneten evidenzbasierten Interventionsmodulen ein.   Evidenzbasierte Behandlung bedeutet, dass jede Therapie auf Grundlage der besten zur Verfügung stehenden Wissensquellen bzw. Daten erfolgt.

5. Integration ambulanter Psychotherapie

Verschiedene Anreizsysteme sollen die ambulante Psychotherapie besser integrieren und flexibler machen.

6. Integration E-Mental-Health Plattform

RECOVER integriert eine E-Mental-Health-Plattform (e-RECOVER) in das Therapiemodell. Darunter versteht man den Einsatz digitaler Medien bei der Behandlung und Prävention.

7. Integration von Supported Employment

Diese Einheit unterstützt Betroffene dabei, sich wieder in ihre Ausbildung bzw. Arbeitsstelle einzufinden.

8. Kultur und sprachsensible Versorgung

RECOVER strebt die Einführung einer kultur- und sprachsensiblen Versorgung für Migranten und Flüchtlinge an.

9. Betroffenen- und Angehörigenbeteiligung

Wir werden die Zusammenarbeit mit Patienten und Angehörigen in Bezug auf Organisation, Behandlung (Peer-Arbeit) und Forschung intensivieren. Auf diese Weise bauen wir ihre Beteiligung an Behandlungsprozessen stetig aus.

Zuordnung von Versorgungskompementen zu Schweregradstufen

Nach Festlegung der Versorgungskomponenten werden diese evidenzbasiert verschiedenen Schweregradstufen zugeordnet.

Festlegung eines evidenzbasierten Versorgungsprozesses

Nach Zuordnung der Versorgungskomponenten zu den Schweregradstufen wird ein evidenzbasierter Versorgungsprozess etabliert.